ÜBER MARCUS

Wie alles begann
Marcus begann im Alter von sieben Jahren mit dem Reiten. Gemeinsam mit seiner Schwester Kerstin nahm er Reitunterricht im Reitverein Borken. In den Ehning-Archiven gibt es noch einige Videos von Marcus‘ ersten Turnieren. Obwohl nicht jeder Ritt erfolgreich war, war Marcus von Anfang an sehr ehrgeizig. Dafür erhielt er einmal eine besondere Auszeichnung für den Abschluss eines Parcours, obwohl er dabei dreimal vom Pferd gefallen war. Marcus lernte schnell, sich an verschiedene Pferde anzupassen und sein Vater Richard sorgte dafür, dass er geeignete Pferde hatte. Alle Ehning-Kinder lernten das Reiten auf dem Pony „Narmit“, das Marcus sicher zum Erfolg brachte. „Lord“, Marcus‘ erstes Großpferd, gab ihm das Selbstvertrauen, an seinen ersten Turnieren auf L- und M-Niveau teilzunehmen. Marcus ritt dann „Metaxa“, ein Pferd das ihm sehr am Herzen lag, aber auch zum Verkauf stand. Als sie jedoch so gut wie verkauft war, zündete Marcus jeden Abend eine Kerze für sie an und verbrachte seine Zeit damit, neben ihr im Stall zu sitzen. Marcus‘ Vater verstand die stille Botschaft und sagte den Verkauf des Pferdes ab.
Ein anderes Pony namens „Starlight“ war für Marcus‘ ersten internationalen Erfolg verantwortlich und verhalf ihm 1990/91 zum Gewinn der Goldmedaille bei den Europameisterschaften. Mit „Starlight“ und „Queen“ gewann er mehrere Springprüfungen der Klasse M. Mit seinem dritten Pony „Bright Ruby“ gewann er schließlich 1991 die Deutschen Meisterschaften. Marcus nahm mit „Cygan“ an seinem ersten S-Springen teil. Er beendete den Parcours mit zwei Fehlern. Im Alter von 16 Jahren wechselte Marcus vom Pony's zu Großpferden. Zu dieser Zeit waren „Orchidee“, „Opium“ und „Talan“ seine wichtigsten Pferde. Mit diesen drei Pferden gewann Marcus, in den fünf Jahren seiner Junioren- und Junge Reiter Zeit, viermal die Goldmedaille bei den Europameisterschaften. Marcus hatte vor allem mit seinem Pferd „Opium“ viele spannende Stechen. Mit dem Wallach gewann er mehr als 40 Springen, darunter den „Preis der Nationen“ sowie den Großen Preis von Warschau.


Der Durchbruch
Mit der Ankunft von „For Pleasure“ im Stall Ehning kurz vor Weihnachten 1998, begann die eigentliche Erfolgsgeschichte. Dieser Hannoveraner Hengst, der bereits für sein außergewöhnliches Springtalent unter Lars Nieberg bekannt war, erwies sich als besonderes Pferd, das Marcus' Karriere tiefgreifend prägen sollte.
Nur sieben Monaten nach ihrem ersten gemeinsamen Auftritt gewannen sie Mannschaftsgold und wurden mit dem fünften Platz im Einzel das beste deutsche Paar bei der Europameisterschaft in Hickstead. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewannen sie Teamgold und belegten Platz vier in der Einzelwertung. Auch in 2000 gewannen sie bei der Deutschen Meisterschaften die Silbermedaille. 2002 gewannen die beiden Gold bei der Deutschen Meisterschaft. Bei der Europameisterschaft in Donaueschingen 2003 holten sie Mannschaftsgold und Einzelbronze. Das Paar gewann zahlreiche Grand Prix in ganz Europa. For Pleasure wurde im Alter von 20 Jahren aus dem Sport verabschiedet und genoss sein Ruhestand auf der Weide beim Stall Ehning.


Karriere-Highlights
Als Marcus‘ Partnerschaft mit For Pleasure sich weiterentwickelte, tauchten in seiner Karriere weitere außergewöhnliche Pferde auf. Zusammen mit Anka gewann er 2003 das Weltcup-Finale in Las Vegas. In diesem Jahr schloss sich auch der Ausnahmehengst Sandro Boy dem Team an und zwischen den Beiden entwickelte sich eine außergewöhnliche Bindung.

Gemeinsam gewannen sie über mehrerer Großen Preisen, sowie zweimal die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften 2004/2006. Sein größter Erfolg war der Sieg beim Weltcup-Finale 2006 in Kuala Lumpur. Nach 5 fehlerfreien Runden stand er verdientermaßen als Sieger fest. Bis zum Ende seine fantastischen Karriere war der charakterstarke Ausnahmehengst durch sein vorsichtiges und vermögendes Springen ein absolutes Weltklasse Pferd. Er wurde 2011 feierlich aus der Sport verabschiedet und genoss seine Sportrente auf der Weide von Stall Ehning.

„Wenn es nicht nach Plan läuft, kann man dem Pferd nicht die Schuld geben. Man muss schauen, was man als Reiter hätte besser machen können, das ist der einzige Weg, sich zu verbessern.“
- Marcus Ehning

Noltes Küchengirl startet ihre Karriere unter dem Sattel von Marcus‘ Bruder, Johannes als Lord’s Classics. Schon mit Johannes zeigte die Stute ihre überragende Qualität und gewann mit ihn 2005, erst 8-jährig, den Großen Preis von Hamburg. Ab 2006 startete Marcus mit der Stute unter dem neuen Namen Noltes Küchengirl, benannt nach der Besitzerin aus dem Eigentümerkreis des Küchen- und Möbelherstellers Nolte-Group. Nach siegen in Leipzig und Bordeaux gewinnt die sprunggewaltige Stute den Großen Preis von Aachen. Die Beiden waren später Teil des deutschen Teams bei den Weltreiterspielen, die ebenfalls in Aachen stattfanden, wo die deutsche Equipe die Bronzemedaille holte.

Bei der Europameisterschaft 2007 in Mannheim gehörten Marcus und Noltes Küchengirl nochmal zum deutschen Team, die Silbermedaille holte. Sie errangen auch viele andere gemeinsame Siege, darunter den Großen Preis von La Baule, Paderborn, Zürich und das Global Champions Tour-Finale in Rio de Janiero. In 2014 wurde Noltes Küchengirl aus dem großen Sport verabschiedet. Danach genoss sie in einer Herde, weiterhin ihr Muttersein am Stall Ehning als Zuchtstute.

Plot Blue kam im Sommer 2008 zu Marcus in den Stall. Schnell fanden die beiden zusammen und sicherte sich bei seinem ersten gemeinsamen Meisterschaftsauftritt mit der deutschen Mannschaft Bronze bei der Europameisterschaft 2009 in Windsor. 2010 gewann Marcus zum dritten Mal das Weltcup-Finale, dieses Mal zusammen mit Noltes Küchengirl und Plot Blue in Genf. Bei den Weltreiterspielen in Lexington holten Plot Blue mit der Mannschaft Gold. Um ein sehr erfolgreiches Jahr, mit Siegen und Platzierungen mit Sabrina, Plot Blue und Noltes Küchengirl abzurunden, krönte sich Marcus zum Gesamtsieger der Global Champions Tour.
2012 belegten Plot Blue und Marcus bei den Olympischen Spielen in London den fünften Platz in der Einzelwertung. Die Beständigkeit von Plot Blue macht ihn zum Spitzenpferd von Marcus. Die beiden haben viele Nullrunden für Deutschland in Nationenpreisen geliefert. Gemeinsam gewannen sie die Großen Preise von Wien, Cannes, Saut Hermes in Paris, Lyon, Mannheim und St. Gallen.


Cornado NRW ist ein grossartiger Sportler. Zusammen qualifizierten sie sich dreimal für das Weltcup-Finale, wobei sie zweimal Vierter und einmal Zwölfter wurden. 2014 nahmen sie an den Weltreiterspielen in Caen teil und belegten im Einzel den zehnten Platz und mit der deutschen Mannschaft den vierten Platz. Cornado errangen zahlreiche Siege und Platzierungen unterem die Weltcup Etappe in Verona, den Großen Preis von Bordeaux und den Großen Preis von S-Hertogenbosch.
Als achtjähriger, kam der Ratina Z/ Cornet Oberlinsky Sohn,Comme il faut, zum Stall Ehning. Ein Hengst mit enormen Kampfgeist und Freude am Springen. Zusammen gewann das Paar die Großen Preise von Madrid, Wien, Brüssel und Paderborn. 2019 gewann das Duo Mannschaftssilber und belegte den fünften Platz im Einzel bei der Europameisterschaft in Rotterdam. Comme il faut lieferten in Nationenpreisen viele fehlerfreie Runden für Deutschland und waren Teil der siegenden Mannschaft beim Nationenpreisfinale in Barcelona 2018.


2018 gewann Marcus zum zweiten Mal den Großen Preis von Aachen, dieses Mal mit Misanto Pret a Tout. Das Paar war von 2016 bis 2018 auch drei Jahre in Folge Teil des siegreichen deutschen Teams beim Nationenpreis in Aachen. Bei den Weltreiterspielen in Tryon lieferte das Paar wertvolle Nullrunden für das deutsche Team ab, holte sich die Bronzemedaille und beendete das Championat als fünfzehnter in der Einzelwertung. Marcus und Misanto Pret a Tout hatten eine großartige Partnerschaft und gewannen unter anderem die Großen Preise von Genf, Madrid, Göteborg, Münster, die Weltcup-Etappe von Madrid, sowie das Nationenpreisfinale in Barcelona im Jahr 2016.

2021 verhalf Stargold dem deutschen Team zu einer Silbermedaille bei der Europameisterschaften in Riesenbeck. Ein Ausnahmehengst mit Ausnahmecharakter gewann er 2023 der Großen Preis von Aachen. Marcus ging in der Geschichte ein und hob den Aachen Pokal zum dritten mal hoch, eine ganz besonderes Karriere Highlight. Stargold war auch Teil des deutschen Teams bei der Europameisterschaft 2023 in Mailand, wo Deutschland Vierter wurde. Das Paar hatte bisher viele Erfolge, darunter Grand-Prix-Siege in Doha, Riesenbeck und Knokke.

Auch 2023 wurde Marcus mit dem Plot Blue-Sohn Priam du Roset zum Deutschen Meister gekrönt. Ein Pferd, das als junges Pferd zu Marcus kam und viele Siege und Platzierungen bei Top-Wettbewerben errungen hat.
Funky Fred, geboren im Stall Ehning, ist für Marcus was ganz besonders. Ein Sohn des For Pleasure aus Panama, einer Stute, die Marcus und sein Bruder Johannes ritten, mit vielen Erfolgen, darunter Einzelgold und Mannschaftssilber bei der Junioren-Europameisterschaft 1999. Funky Fred, ein Hengst mit viel Vermögen und einen tollen Charakter, hat zahlreiche Siege und Top-Platzierungen an Veranstaltungsorten wie Aachen, Barcelona, Bordeaux, Cascais, Doha, Genf, Madrid, Paris, Rom, St. Tropez und Oslo errungen – um nur einige zu nennen. Sie waren Teil vieler deutscher Nationenpreisteams, darunter der Siegermannschaft in Spruce Meadows und Sopot. 2023 wurde Funky Fred von der Sport verabschiedet und geniest sein Rentner Leben als Deckhengst beim Stall Ehning.


Marcus ist dankbar, viele Spitzenpferde in seinem Stall gehabt zu haben, die zu zahlreichen Siegen und Karrierehöhepunkten beigetragen haben. Viele herausragende Grand-Prix-Pferde, die nicht erwähnt wurden, haben eine unschätzbare Rolle gespielt und seine berühmtesten Pferde unterstützt. Weiterhin baut er Partnerschaften mit mehreren Spitzenpferden auf, die zu seinem anhaltenden Erfolg beitragen. Marcus' Familie, einschließlich seiner Eltern und Geschwister, haben in seiner Karriere eine wesentliche Rolle gespielt. Sie haben ihn ständig unterstützt und trugen einen grossen Teil zu seinen Erfolgen bei.
Darüber hinaus ist Marcus von einem kompetenten und engagierten Team umgeben, das unermüdlich daran arbeitet, das Wohlbefinden und die optimale Leistungsfähigkeit seiner Pferde zu gewährleisten. Von seine Schwester Karina als Stallmanagerin, erfahrenen Pferdepflegern und Stallmanagern, Pferdebesitzern und Sponsoren bis hin zu erstklassigen Tierärzten und Hufschmieden arbeitet dieses Team eng zusammen, um die idealen Bedingungen für das Wohlbefinden von Marcus und seinen Pferden zu schaffen. Die starken Bindungen und enger Zusammenhalt innerhalb der Familie und des Teams von Marcus schaffen ein unterstützendes und förderndes Umfeld, das es ihm ermöglicht, sich auf das zu konzentrieren, was er am besten kann – sich auf höchstem Niveau mit den Besten der Welt zu messen.


Im Laufe seiner Karriere hat Marcus außergewöhnliche Partnerschaften mit den unterschiedlichsten Pferden aufgebaut und damit seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, das volle Potenzial seiner Pferde auf höchstem Niveau auszuschöpfen.
Sein feiner Reitstil, seine Verbindung zu den Pferden und sein unermüdliches Streben nach Perfektion, haben ihn zu einem Vorbild für viele Reiter gemacht.
Neben seinem anhaltenden Erfolg im Sport haben Marcus‘ Hingabe, Bescheidenheit und Liebe zu seinen Pferden ihm den Respekt seiner Kollegen und Fans eingebracht. Immer ehrlich und offen mit seiner Meinung, gibt er seine Erfahrung und sein Wissen gerne weiter.
Marcus‘ Geschichte ist eine von Leidenschaft, Ausdauer und einer tiefen Verbundenheit mit den außergewöhnlichen Tieren, die zu seinen Weggefährten geworden sind.
